Buchführung – nur lästige Pflicht?

 

Die Kapitalausstattung kleiner und mittlerer Betriebe läßt in Deutschland teilweise sehr zu wünschen übrig. Diese Tatsache wirkt sich naturgemäß bei einer angestrebten Expansion des Betriebes oder auch bei dem laufenden Geschäftsbetrieb nachteilig aus, da häufig keine Liquiditätsreserven zur Überbrückung von Engpässen zur Verfügung stehen und die laufenden Kreditkosten wegen der neuen Kreditvergabepraxis der Banken (Basel II) steigen.
Die Voraussetzungen für die dann notwendige Kapitalbeschaffung werden von den Unternehmen häufig nicht hinreichend umgesetzt.
So ist häufig zu beobachten, dass sich nicht nur Unternehmensgründer, sondern auch etablierte kleine und mittelständische Unternehmen nur auf das operative Geschäft konzentrieren. Das Rechnungswesen und die Buchführung werden oft als weniger wichtig und als störender und lästiger Verwaltungsaufwand angesehen. Dies kann fatale Folgen haben, denn die Daten des Rechnungswesens haben intern wie extern eine große Bedeutung. Ein gut geführtes Rechnungswesen ist eine Grundlage für den unternehmerischen Erfolg.
Denn auf der Grundlage eines richtig und individuell für das jeweilige Unternehmen angepaßte betriebliche Rechnungswesen findet der Unternehmer Antworten, die nicht nur ihn sondern auch Banken oder andere Geldgeber interessieren. So lassen sich aus den Zahlen des Rechnungswesens Kennzahlen bilden und mit Durchschnittswerten der Branche vergleichen. Hieraus können mögliche Ansatzpunkte für innerbetriebliche Verbesserungen abgeleitet werden. Außerdem läßt sich beantworten, wo das Unternehmen im Verhältnis zu seinen Wettbewerbern bzw. zur Branche steht.
Auch die Frage, wo das Unternehmen voraussichtlich in fünf Jahren steht, kann beantwortet werden, denn die Daten die mit der Hilfe eine betrieblichen Rechnungswesens gewonnen werden, fließen maßgeblich in eine Unternehmensplanung bzw. Prognoserechnung ein.

Schließlich kommt man wieder zur Kapitalbeschaffung und damit zu der finalen Frage, lohnt es sich in das Unternehmen zu investieren? Gerade eine gute Unternehmensplanung ist eine wertvolle Unterstützung für Verhandlungen mit Geldgebern. Banken verlangen heute nicht nur Abschlußunterlagen sondern ständig auch zeitnahe, detaillierte und aussagefähige betriebswirtschaftliche Informationen. Diese können bei einem individuell auf den jeweiligen Betrieb abgestimmtes Rechnungswesen fast täglich zeitnah zur Verfügung stehen. Heutzutage geht eine gute Buchführung über das Kontieren und Erfassen von Belegen hinaus. Eine Finanzbuchhaltung in entsprechender Ausgestaltung gibt zeitnah zentrale Informationen über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens. Ergänzt mit einer guten Debitoren- und Kreditoren- Erfassung ergibt sich zeitgleich ein Mahnwesen, dass unnötige Verzögerungen von Kundenzahlungen oder sogar Zahlungsausfälle vermeiden hilft. Dies wiederum ist für eine zuverlässige Liquiditätsplanung des Unternehmens unerläßlich. Nur derjenige der auf Grund seines guten Rechnungswesens die Schwächen seines Unternehmens einzuschätzen weiß, ist in der Lage Maßnahmen zu ergreifen um diesen gezielt entgegen zu steuern. Und nur derjenige, der seine Geldgeber davon überzeugen kann, dass sich die Investition in seinen Betrieb lohnt, wird Kapital bekommen um so weiter erfolgreich expandieren zu können.

Autor: Dipl.-Kfm. Peter Hermanns ist Steuerberater in der Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungskanzlei Brinkmann Ulrich & Hermanns, Bedburg-Hau

Veröffentlichung: in der Rheinischen Post (Lokalteil Kleve und Umgebung)

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